Der Islam

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Der Islam als Herausforderung für Gesellschaft und Gemeinde

(Christine Schirrmacher)

1. Der Islam in Deutschland

Wir wollen uns heute etwas mit dem Thema Islam beschäftigen, soweit es die begrenzte Zeit zulässt. Ich möchte zunächst einige grundsätzliche Dinge zum Thema Islam in Deutschland und der besonderen Problematik sagen, der wir uns heute gegenüber sehen und dann einige Unterschiede zwischen Islam und dem christlichen Glauben erwähnen. Der Ausblick am Schluss lautet: Was tun wir mit diesen Informationen? Wie gehen wir damit um? Was bedeutet das heute für uns als Gemeinde Jesu und welche Perspektiven tun sich möglicherweise für unsere Zukunft auf? Dass der Islam eine Herausforderung ist – mit Sicherheit heute eine der ganz großen Herausforderungen – wurde ja zu Beginn schon festgestellt, das braucht man eigentlich gar nicht mehr näher zu begründen. Wer vor fünf oder zehn Jahren über das Thema Islam gesprochen hat, musste zunächst erläutern, welche Problematik oder welcher Zündstoff eigentlich in dem Thema Islam bzw. einer großen Zahl muslimischer Zuwanderer in den Westen stecken könnte. Mit langen Vorreden brauchen wir uns heute nicht aufzuhalten. Dass die Thematik so aktuell ist wie nie zuvor, das ist ganz offensichtlich. Dabei scheint der Islam vielen Menschen erst mit den Ereignissen des Jahres 2001 &– den Terroranschlägen von New York – so richtig ins Bewusstsein gerückt zu sein.

Eigentlich ist diese Tatsache ja recht merkwürdig, denn muslimische Mitbürger leben in unserem Land schon seit rund 45 Jahren. Im Jahr 1961 nämlich kamen muslimische Arbeitnehmer durch die ersten Anwerbeverträge aus Anatolien nach Deutschland, um im Nachkriegsdeutschland Aufbauarbeit zu leisten. Das erklärte Ziel auf beiden Seiten war damals die Rückwanderung. Ganz konkret: Viele Muslime wollten vorübergehend für einige Jahre in Deutschland leben und arbeiten und dann vielleicht mit bescheidenem Wohlstand nach Hause zurückkehren. Aber auch die deutsche Gesellschaft sah von ihrer Seite nicht vor, dass diese Menschen auf Dauer, vielleicht für immer, in ihrem Land leben würden. Und der Begriff, der damals für diesen vorübergehenden Aufenthalt geprägt wurde, zeigt das auch: der Begriff „Gastarbeiter“. Es ging also um Menschen, die als Gäste gekommen waren, Arbeiter, Menschen oft aus einfachen Verhältnissen, vielfach ohne weitreichende Schulbildung, die viel von der Arbeit taten, die in Deutschland viele nicht mehr tun wollten oder nicht für diese Bezahlung tun wollten. Es war also keine Integration vorgesehen, von beiden Seiten nicht. Es gab für eine Integration keine Konzepte. Erstaunlicherweise hat sich diese Politik, aber auch dieses Bewußtsein für die vorübergehende Präsenz von Muslimen in der Bevölkerung nicht grundlegend geändert, nachdem doch spätestens in den 80iger Jahren ganz deutlich wurde, dass die meisten Muslime auf Dauer in Deutschland leben würden und die zweite und heute sogar dritte Generation herangewachsen ist, die ihr Heimatland oder besser, ihr Herkunftsland, eigentlich nur noch von Besuchen kennt.

1973 erfolgte dann der Anwerbestopp. Die deutsche Politik reagierte auf den sich verengenden Arbeitsmarkt und warb keine neuen Arbeitnehmer mehr an. Danach wuchs die Zahl der Muslime in Deutschland vor allen Dingen durch Familiennachzug, der immer noch möglich war, aber auch durch Flüchtlingsströme aus verschiedenen Ländern, nach den Balkankriegen besonders aus Bosnien, aber auch aus Ländern wie dem Iran, in dem 1979 die Iranische Revolution ausgebrochen war und viele Hunderttausend Menschen in den Westen, nach Europa und in die USA und Kanada geführt hat. Eine höhere Geburtenrate, als in der deutschen Bevölkerung üblich führte außerdem dazu, dass wir heute ungefähr 3,2 Millionen Muslime in Deutschland haben, mit steigender Tendenz. Davon sind ungefähr 800.000 Jugendliche, also Menschen die noch zur Schule gehen oder in der Ausbildung stehen und die auf Dauer in diesem Land leben werden und doch oft schlecht integriert scheinen oder heute vielleicht auch keinerlei Interesse mehr an Integration haben. Es soll ungefähr 300 Übertritte pro Jahr zum Islam geben von Menschen nichtmuslimischer Herkunft, ungefähr 10.000 bis 12.000 Konvertiten (also Menschen, die sich dem Islam zuwenden und offiziell Muslime werden). Aber auch diese Zahl ist nur eine Schätzung, denn wer nicht in der evangelischen oder katholischen Kirche beheimatet ist, den erfasst die Statistik nicht. Wirklich exakte Zahlen gibt es also nicht. Die meisten Menschen, die sich dem Islam zuwenden – das zumindest scheint sicher – sind solche, die sich aufgrund einer Eheschließung dem Islam zuwenden und sich der Religion, der Kultur und dem Heimatland des Partners annähern. Es sind weitaus weniger Menschen, die sich ohne begleitende Eheschließung dem Islam zuwenden.

In Deutschland finden wir ja vor allen Dingen den türkischen Islam vor. Das ist eine Ausnahmesituation. Wenn wir in unser Nachbarland Frankreich hineinschauen, dann ist dort der arabische Islam vorherrschend, natürlich mitbedingt durch die Kolonialvergangenheit in Nordafrika. In Großbritannien überwiegt der südostasiatische Islam, der pakistanisch oder indisch geprägt ist, also eine ganz andere Variante. Islam ist ja nicht gleich Islam &– eigentlich eine Allerweltsweisheit heutzutage – er umfaßt ein ungeheures Spektrum, zwischen den einzelnen Nationen oder theologischen Gruppierungen, wie z. B. zwischen Sunniten, Schiiten oder Aleviten, . Hinzu kommenSondergruppen, die nach Meinung vieler Muslime den Islam bereits verlassen haben wie z. B. die Ahmadiyya-Bewegung, die hier sehr missionarisch arbeitet, und viele andere mehr. Also den Islam gibt es ebenso wenig, wie es das Christentum gibt.

Der türkische Islam prägt also das Bild in Deutschland, eine Besonderheit innerhalb der westlichen Welt, aber auch eine Besonderheit weltweit. Denn dort ist der arabische Islam tonangebend. Hinsichtlich ihres theologischen Einflusses sind vor allem Saudi-Arabien und Ägypten führend. Schon aus diesem Grund ist der türkische Islam keineswegs als Hauptströmung zu betrachten. Der Islam ist in Deutschland inzwischen die zweitgrößte Religionsgemeinschaft. Das hört sich auf der einen Seite natürlich gewaltig an, auf der anderen Seite sind es immer noch nur rund 5% aller Menschen in Deutschland, die zum Islam gehören. Da wird diese vermeintlich große Zahl wieder etwas relativiert. Auf der anderen Seite sind Menschen darunter, die sehr entschlossen ihre Ziele verfolgen, die nicht nur hier leben und arbeiten möchten – aus welchen Gründen auch immer – sondern die auch sehr entschlossen politische Ziele verfolgen. Wir rechnen sie dem Islamismus, dem politischen Islam zu. Auch hier gleich eine Einschränkung: Der Islamismus ist nicht zu verwechseln mit dem Extremismus, der auch Gewalt nicht ausschließt, um seine Ziele zu verfolgen. Aber der politische Islam steht nicht automatisch für Gewaltanwendung, sondern zunächst einmal für den vollen Einsatz für die Sache des Islam auf allen Ebenen in einer westlichen, nichtmuslimischen, säkularen Gesellschaft, um für ihn weitreichendere Rechte durchzusetzen.

Der türkische Islam ist also in Deutschland vorherrschend, der in der Türkei seit Atatürk in den 1920iger Jahren eine Trennung von Staat und Religion vollzogen hat und die Sharia (das islamische Gesetz) als Gesetzesgrundlage abgeschafft hat. Damit steht die Türkei weltweit einzigartig da. In allen anderen islamischen Ländern ist die Sharia eine der Gesetzesgrundlagen für das Straf- und/oder Zivilrecht oder sogar in einigen Ländern die einzige Gesetzesgrundlage. Aber auch wenn der türkische Islam vergleichsweise unpolitisch ist, gibt es doch auch hier in Deutschland politisch aktive Gruppierungen aus dem türkischen Bereich, die durchaus sehr entschlossen ihre Forderungen vorbringen.

Was bedeutet das für uns ganz konkret? Die genannten Fakten ergeben keineswegs das ganze Bild. Die heutigen Muslime in Deutschland leben hier in der zweiten und dritten Generation. Es sind also Menschen, die die Türkei oft nur noch von Besuchen kennen, oft deutsch besser beherrschen als türkisch. Häufig sind es Menschen, die zwischen zwei Stühlen leben. Sie sind weder hier noch dort wirklich zu Hause. Wenn sie die Türkei in den Sommerferien besuchen, werden sie dort als „die Deutschländer“ bezeichnet, im Türkischen die „almanci“. Es geht um diejenigen, die aus Deutschland kommen und eigentlich gar keine „richtigen Türken“ mehr sind. Hier in Deutschland werden sie natürlich weiter als „die Ausländer“, „die Türken“ wahrgenommen, obwohl sie vielleicht hier aufgewachsen sind oder sogar einen deutschen Pass besitzen. Viele von ihnen haben keine konkreten Rückwanderpläne mehr. Also werden sie ihre Zukunft in Deutschland verbringen.

Eine wichtige Frage lautet, ob sie in der deutschen Gesellschaft auch wirklich angekommen sind. Konnten sie sich mit dieser Gesellschaft identifizieren, und hat die deutsche Gesellschaft sie akzeptiert? Existiert eine Brücke zueinander, Wege, die aufeinander zuführen, gibt es Verständigung? Diese Frage, die jahrzehntelang kaum Beachtung fand, wird heute überwiegend kritisch beantwortet. Und das sowohl von muslimischer Seite, indem man sagt: ‚Diese Gesellschaft drängt uns an den Rand, wir sind immer noch die „Ausländer“’. Andererseits sagt die deutsche Mehrheitsgesellschaft: ‚Diese Menschen wollen sich ja nicht integrieren. Wie wollen sie in unserem Land eigentlich leben?’ Hat sich überhaupt schon Integration in größerem Umfang vollzogen? Wohl kaum. Es geht also um Menschen, die nach wie vor in zwei Welten leben, die von ihrem Familienzusammenhalt, von islamisch geprägten Werten und den Familienwerten ihres Herkunftslandes geprägt sind, aber gleichzeitig doch zurecht kommen müssen in unserer Gesellschaft, die nach anderen Gesetzmäßigkeiten funktioniert, in der Religion und Glaube kaum eine Rolle spielen, in der die ganz alltäglichen Erfahrungen sich von einer islamischen Gesellschaft stark unterscheiden. Dazu gehören ebenso die Aufgabe von allgemein anerkannten Werten wie Pluralismus oder Meinungsfreiheit, die bis zur Selbstzerstörung gehen und viele Muslime schockieren.

2. Muslime bleiben in Deutschland

Der Islam ist zu einer gewaltigen Herausforderung geworden, weil die meisten Muslime in Deutschland bleiben werden. Nach nichtrepäsentativen Umfragen erklären 82 % ausdrücklich, dass sie in Deutschland bleiben werden und keine Rückwanderpläne haben. Dies sind Menschen, die häufig das Leben zwischen zwei Kulturen noch nicht bewältigt haben. Besonders deutlich tritt das im Schulalltag zu Tage. Es gibt Konflikte um Klassenfahrten oder um den Schwimm- und Sportunterricht. Manche Eltern, die u. U. bereits 20, 30 Jahre hier in Deutschland leben, sind doch strikt dagegen, dass ihre Kinder, die hier aufgewachsen sind, am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Teilweise versucht eine konservative Elterngeneration die junge Generation vor den „schädlichen Einflüssen“ der westlichen Gesellschaft zu bewahren, vor Unmoral, vor Unglauben, vor Gottlosigkeit, vor der Vermischung der Geschlechter. Wer unsere Gesellschaft aus der Perspektive eines konservativen Muslims betrachtet, kann diesen Standpunkt ein Stück weit nachvollziehen und muß zugeben: Ja, unsere Gesellschaft ist von Dingen geprägt, die für konvervative Muslime abschreckend wirken. Wenn also die konservativen Eltern versuchen, Kultur, Tradition und Religion an die Jungen weiterzuvermitteln, werden sie u. U. strenger bewacht als das in der Türkei der Fall gewesen wäre. Die Kinder werden in die Koranschule geschickt, die versucht, ihnen die Werte ihrer Heimat zu vermitteln. Aber diese Werte bieten oft keine Orientierung in dieser westlichen Gesellschaft und verstärken daher nur den Konflikt.

Ich will nur kurz als Stichwort das Thema „Ehrenmord“ nennen, des „Mordes aus Gründen der Ehre“. Eine Frau wird von einem Familienangehörigen umgebracht, weil die Familie glaubt, sie habe die Ehre der Familie beschmutzt, indem sie die strengen Anstandsregeln verletzt hat. Der Koran fordert nicht den Ehrenmord, aber dennoch kommt er vor allen Dingen in islamisch geprägten Gesellschaften vor, wo strenge Verhaltensregeln und die Tradition verlangen, dass eine Verletzung der Regeln mit dem Tod gesühnt werden müssen. Dort, wo diese Traditionen so rigide hochgehalten werden und sich mit einem Islam mischen, der in der Moschee oder einem islamischen Verein Rückzug von der deutschen Gesellschaft verlangt, Abkapselung, Bewahrung, Betonung des türkischen Nationalismus, dort wird die Integration sehr schwierig sein und die Rückorientierung auf den Islam und die Tradition umso naheliegender.

Auch heute werden noch viele Ehen türkischer Jugendlicher von den Eltern arrangiert. Junge Frauen aus der Türkei &– sogenannte „Importbräute“ – heiraten nach Deutschland, kommen ohne Kenntnis unserer Kultur, unserer Sprache und unserer Geschichte hierher und werden mit ihren Kindern nur türkisch sprechen und sie nach türkischen Werten erziehen. Daher ist es kein Wunder, dass auch heute noch in den ersten Klassen unserer Grundschulen viele Kinder eingeschult werden, ohne ein Wort Deutsch zu beherrschen, was ihre Chancen auf eine höhere Schuldbildung drastisch vermindert. Schon in den ersten Schuljahren haben sie enorm viel nachzuholen und oft bleibt ihnen der Weg in die höhere Schule, geschweige denn ins Studium oder auch in die qualifizierte Berufsausbildung verschlossen. Jetzt wird dieses Defizit immer stärker erkannt. Pflichtschulkindergartenjahre sind erste Ansätze, um dieses Sprachdefizit aufzuholen. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, der schon viel früher hätte unternommen werden sollen. Zugleich ist die Schule der Ort, indem sich die Kulturen begegnen, in der muslimische Schüler sich mit westlichen Werten intensiv auseinandersetzen müssen. Dort, wo in muslimischen Familien die traditionellen Rollen gelebt werden, müssen Jungen Stärke beweisen („Machoverhalten“), während Mädchen früh auf die traditionelle Rolle der Hausfrau und Mutter gerpägt werden.
Der Islam bleibt also eine Herausforderung, weil viele Menschen in zwei Kulturen leben, in beiden nicht wirklich zu Hause sind, aber diese Menschen doch auf Dauer hier leben werden.

3. Der Islam: eine lebendige Religion

Der Islam begegnet uns als Religion mit Stehvermögen, Stärke, Expansionswillen und zum Teil mit großer Entschlossenheit. Muslime sind ihrer Religion in aller Regel stärker verbunden, als Menschen ihrer Religion in der westlichen Gesellschaft. Nach von Muslimen durchgeführten Umfragen soll in den letzten Jahren die Zahl der Muslime, die sich mit ihrer Religion stark oder sehr stark verbunden fühlen, um fast 20 % gestiegen sein. Dementsprechend hat die Zahl derjenigen Muslime in Deutschland, die ihre Religion nicht praktizieren, abgenommen. Offensichtlich finden viele Muslime nicht im Säkularismus der westlichen Gesellschaft ein Zuhause, sondern wenden sich heute eher stärker dem Islam zu als in der Vergangenheit. Wie vehement wurde in den vergangenen Jahren die These vertreten, dass sich die Religion (des Islam) in der zweiten und in der dritten Generation der Migranten schon „abschleifen“ werde, und Muslime in dieser Gesellschaft dann nicht mehr von Nichtmuslimen zu unterscheiden wären. Nun, heute kann man diese These zu den Akten legen. Diese Entwicklung ist nicht eingetreten, eher ist das Gegenteil der Fall. Muslime in Deutschland orientieren sich heute vielfach stärker auf den Islam, auf ihre nationale Zugehörigkeit, auf ihre eigene Gemeinschaft, auf die „umma“die Weltgemeinschaft aller Muslime. Natürlich gibt es auch in Deutschland die sogenannten „Kulturmuslime“, die sich dem Islam eher kulturell zugehörig fühlen, Menschen, die nur noch zu den Festtagen die Moschee besuchen, nicht regelmäßig beten und auch nie die Wallfahrt nach Mekka vollziehen würden. Aber andere praktizieren ihre Religion heute intensiver. Der Islam ist keine tote Religion, geschwächt von Religionskritik und Aufklärung, sondern eine Religion, die viele Muslime in ihrem Alltag Richtung weist. Die Verbundenheit mit dem Islam gibt die Identität, die u. U. eine Rückbindung zum Herkunftsland herstellt und in aller Regel keine offizielle Korankritik kennt.

Kritik am Koran, Kritik am Islam, Kritik an Muhammad, dem Propheten des Islam, wird niemals von den Kanzeln der Moscheen oder den Kathedern der Universitäten geäußert, wenn auch manche Muslime den Islam nicht streng praktizieren. Andere Muslime fordern in Deutschland vermehrte Rechte für ihre Religion, nach Möglichkeit die Gleichstellung mit den christlichen Kirchen. Die Diskussionen um den islamischen Religionsunterricht, das Schächten (betäubungsloses Schlachten), die Kopftuchdiskussion oder die Debatten um den lautsprecherverstärkten Gebetsruf vom Minarett der Moscheen zeigen, dass der Islam dort, wo er politisch gedacht und gelebt wird, Forderungen einbringt, die für die politische Diskussion von Bedeutung sind.

Der Islam also als Herausforderung, weil er keine tote, keine „abgeschliffene“ Religion ist, sondern offensichtlich eine Religion mit großer Lebenskraft und großer Vitalität, mit Entschlußkraft, internationaler Vernetzung und Finanzkraft, was seine Forderungen auf politischer Ebene betrifft.

4. Der Islam: Nicht nur eine Religion

Wenn wir uns dem Thema Islam ausschließlich vom Thema der Religion her nähern, werden wir immer nur einen Teil erfassen. Ja, der Islam ist eine Religion, aber er ist auch eine Lebensordnung für die Familie und die Gesellschaft. Er formuliert viele Gebote und Regeln, nach denen gläubige Muslime ihr Leben im Diesseits gestalten. Für manche Muslime ist er sogar ein politisches Programm, die Anweisungen in der islamischen Geschichte und Theologie finden, wie sie sich gegenüber bestehenden Regierungen verhalten sollen oder welche Art von Herrschaft sie anstreben. Eigentlich kann der Islam als privater Glaube nicht wirklich umgesetzt werden. Das liegt daran, dass bereits der Koran Anweisungen für die Regelung bestimmter rechtlicher Fragen gibt, die noch vertieft werden von der islamischen Überlieferung, also den Berichten über Muhammad und seine Gefährten. Die Überlieferung behandelt z. B. Ehe- und Heiratsangelegenheiten, Eheverträge, das Scheidungsrecht, das Kindschaftssorgerecht oder das Erbrecht. Koran und Überlieferung vermitteln auch Anweisungen zur Kindererziehung, zur Behandlung von Eltern, von Minderheiten wie Juden und Christen, aber auch wie man im täglichen Leben sich als gläubiger Muslim verhält, wozu man die rechte Hand benutzen darf, wozu die linke Hand. So wird der muslimische Gläubige z. B. angewiesen, dass er eine Toilette stets mit dem linken Fuß betreten muß, aber niemals das Haus eines Freundes zuerst mit links. Die Überlieferung enthält Vorschriften zu erlaubten und verbotenen Speisen wie das Alkohol- und Schweinefleischverbot u. a. m.. Der Koran und vor allem die Überlieferungen deuten auch Kleidungsvorschriftenfür Männer und Frauen an, die in unterschiedlichen Ländern durchaus verschieden ausgelegt und gelebt werden.

Der Islam ist also eine umfassende Lebensordung, er gibt Anweisungen für die tägliche Lebensgestaltung vom Morgen bis zur Nachtruhe, vom Tag der Geburt bis zu den Sterberiten. In allem soll das Vorbild des Propheten nachgeahmt werden, um wohlgefällig vor Gott zu leben. Der Islam ist also eine umfassende Lebensordnung für den Alltag, nicht nur für den Freitag, an dem man vielleicht die Moschee besucht, sondern für jeden Tag, für die Gestaltung des Familienlebens und des Daseins in der Gesellschaft: Speisegebote, Kleidungsvorschriften, die Art und Weise, wie man betet und fastet, die Fünf Säulen des Islam erfüllt (Bekenntnis, Beten, Fasten, Almosen, Wallfahrt) gehören dazu, also, wie man sich auf das Jenseits hier im Diesseits vorbereitet. All diese Gebote &– dazu kommen die Strafgesetze – sind Teil der Sharia, des islamischen Gesetzes.. Weil der Islam diesen ganzheitlichen Anspruch hat, ja Muhammad nicht nur religiöser, sondern auch militärischer Führer seiner ersten Gemeinde war, werden muslimische Organisationen, die sich diesem gesellschaftlichen wie politischen Anspruch des Islam verpflichtet sehen, immer auch danach streben, auch politische Ziele durchzusetzen. Dies geschieht nicht unbedingt mit Gewalt, aber vielleicht mit einem Marsch durch die Institutionen, mit der Forderung vermehrter Rechte, größerer Anerkennung des Islam und der Ausschöpfung aller gesetzlicihen Möglichkeiten, den Islam zu einem integralen Bestandteil des öffentlichen Lebens zu machen,

Der Islam stellt also auch eine Herausforderung dar, weil er ein gesamtgesellschaftliches Konzept, ggf. mit politischen Komponenten, entwirft und vor allen Dingen dort Stärke gewinnt, wo sich Christen auf eine private Religionsausübung in ihren Kirchen zurückgezogen haben und keinen Anspruch mehr darauf erheben, diese Gesellschaft mit den Werten ihres Glaubens zu verändern und zu prägen. Wie will denn ein mit sich selbst beschäftigtes Christentum einem solchen gesellschaftspolitisch aktiven Islam etwas entgegensetzen? Wie will ein solcher privater christlicher Glaube den Menschen Orientierung bieten, die den Islam verlassen wollen? Wie sollen sie Heimat in Gemeinden finden, die nur am Sonntagmorgen Heimat bieten, aber den Rest der Woche nicht präsent sind? Ein solchermaßen zurückgezogener Glaube reicht Konvertiten von islamischem Hintergrund nicht aus, sie brauchen mehr.

5. Der Islam: dem Westen und dem Christentum überlegen?

Muhammad hatte sich mit seiner Verkündigung des Islam etwa ab dem Jahr 610 n. Chr. auf der Arabischen Halbinsel nicht nur an die arabischen Stämme, sondern auch an Juden und Christen gewandt. Die Juden verurteilt er entschieden; sie waren in drei großen jüdischen Stämmen seine militärischen Gegner, die ihm seine Führerschaft in Medina streitig machten. Bei den Christen handelt es sich offensichtlich weniger um organisiserte Gruppen, sondern eher um Mönche und Einsiedler. Der Koran zeigt, dass Muhammad zu Beginn seines Auftretens ein überaus positives Bild der Christen zeichnet. Er lobt ihre Liebe, ihre Demut und ihren Glauben. Er spricht von ihrer Ausrichtung auf Gott, ihrer Kontemplation und Meditation, die offensichtlich Christen in Muhammads Umgebung praktizierten. Ja sogar ihre Liebe nennt Muhammad als positives Kennzeichen der Christen in seiner Umwelt.

Muhammad hoffte sowohl bei Juden als auch bei Christen in den ersten Jahren seines Auftretens auf Anerkennung. Er nimmt Bezug auf ihre Propheten des Alten und Neuen Testaments und bezeichnet sich selbst als letzten Propheten dieser Reihe, als „Siegel der Propheten“. Und Muhammad fordert Akzeptanz für seine Sendung, von Arabern, die einen Vielgötterglauben praktizierten wie von Juden und Christen. Der Islam betrachtet sich als Abschluß und Vollendung der christlichen und jüdischen Offenbarung.

Aber diese Hoffnung auf Anerkennung bei Juden und Christen erfüllte sich nicht. Muhammad geriet in zunehmende Kontroversen mit Juden und Christen, ja schließlich in grundlegende Auseinandersetzungen. Drei große jüdische Stämme vertrieb er aus der Stadt Medina,, bekämpfte und besiegte sie und verkaufte Frauen und Kinder in die Sklaverei. Den Christen macht er nun, da er erkannt hat, dass sie ihm seine Anhängerschaft verwehren, vor allen Dingen theologische Vorhaltungen. Er bezeichnet ihren Glauben an die Trinität als irrig und falsch. Gott besteht nicht aus drei Personen (so faßte Muhammad die Trinität auf). Er verurteilt den christlichen Glauben an die Dreieinigkeit, an die Kreuzigung und Gottessohnschaft Jesu. Auf die Kreuzigung geht der Koran nur an einer Stelle ein (Sure 4,157-159). Warum sollte ein Prophet – so betrachtet der Islam Jesus – gekreuzigt worden sein, warum sollte Gott so einen schmachvollen Tod zulassen? Und je länger sich Muhammad mit Juden und Christen auseinandersetzt, kommt er doch immer stärker zu dem Schluss, dass die Christen doch eine Art Ungläubige sind oder zumindest einen Teil Unglauben in ihrer Religion haben, solange sie den Gedanken der Trinität, der Gottessohnschaft Jesu und der Kreuzigung nicht aufgeben wollen.

Aufgrund dieser Entwicklung bei Muhammad &– erst Anerkennung und Suche nach Anerkennung, dann Distanzierung und Abgrenzung – finden wir im Koran eine mehrseitige Beurteilung der Christen. Einerseits die Anerkennung ihrer Demut, ihres Glaubens, ihrer Liebe, aber auf der anderen Seite auch eine negative Beurteilung, die Verweigerung der Anerkennung Muhammads als Prophet Gottes, der Vorwurf der Gotteslästerung, wenn sie Jesus zum Sohn Gottes erklären. Und deshalb bleibt zu Muhammads Lebensende Trennendes im Verhältnis zu den Christen wie auch sehr schwere Vorwürfe bei aller grundsätzlichen Anerkennung ihrer Offenbarung.

Diess Konzept von „sowohl-als-auch“ finden wir noch in vielen weiteren Bereichen. Z. B. dort, wo es um die Frage geht: Ist der Islam eine friedliche oder eine kämpferische Religion? Der Koran spricht einerseits über den Frieden, die guten Werke, die Sorge für Witwen und Waisen, und ermahnt die Gläubigen, gerechte Gewichte im Handel zu benutzen, nicht zu lügen, nicht zu morden und nicht die Ehe zu brechen. Aber auf der anderen Seite bedingt das Vorbild Muhammads, der seine Gegner auch militärisch bekämpft hat und nicht nur Religionsstifter, sondern auch Heerführer und Gesetzgeber war, die Schwierigkeit, Religion von Politik zu trennen. In gleicher Weise werden die Christen zwar einerseits teilweise anerkannt, aber auf der anderen Seite auch verurteilt und die islamische Religion zum Lebensende Muhammads allen anderen Religionen übergeordnet. Aus Sicht des Korans haben Juden und Christen – aber auch andere Religionen – den wahren Eingottglauben verlassen. Die Christen haben Jesus &– aus islamischer Sicht einem Menschen und Propheten &– zu Unrecht den Rang eines Gottessohnes eingeräumt.

Der Islam ist also auch deshalb eine große Herausforderung, weil er eine Anfrage an uns Christen darstellt. Er bringt die Themen „Gott“ und „Glauben“ in unserer Gesellschaft ganz neu zur Sprache. Darin liegt, wie ich meine, auch eine Chance für Christen. Nicht selten protestieren gerade Muslime gegen öffentliche Äußerungen &– z. B. Filme &– die die Person Jesu verunglimpfen, denn der Prophet Jesus genießt im Islam hohe Achtung. Kann uns das nicht ein Vorbild sein? Die Themen „ „Gott“, „Glaube“ und „Religion“ sind in unserer Gesellschaft ja fast Tabus, über die man nicht spricht. Es gilt fast als peinlich, mit Nachbarn oder Arbeitskollegen das Thema „Glauben“ anzuschneiden, ohne sich wirklich gut zu kennen. Das ist Privatangelegenheit. Wer Muslime kennt, weiß, dass sie oft ganz selbstverständlich über ihren Glauben sprechen und auch gerne von täglichen Erfahrungen hören. Themen wie „Gebet“ sind kein Tabu und es werden oft ganz selbstverständlich Fragen angesprochen wie: Hört uns Gott wirklich? Erhört er unsere Gebete? Themen, die für säkularisierte Zeitgenossen häufig so weit entfernt sind, als ob wir von einer außerirdischen Erfahrung sprechen. Für Muslime sind das oft Fragen des täglichen Lebens. Ihre stärkere Ausrichtung auf die Religion ermöglicht es ihnen, aber auch uns, ganz selbstverständlich über den Glauben und über das zu sprechen, was uns im Hinblick auf Gott bewegt.

Wer mit Muslimen im Gespräch ist, wird natürlich sehr schnell zahlreiche Unterschiede ausmachen. Da ist nicht nur die Frage der Gottessohnschaft, der Dreieinigkeit oder der Kreuzigung, die hier zu Tage kommen wird. Es geht im Islam auch um ein ganz anderes Gottesbild, das nicht zu vergleichen ist mit dem Alten und Neuen Testament. Ja, der Koran zeichnet Allah als Schöpfer und Richter jedes Menschen. Aber der Koran betont, dass Allah allmächtig ist, dass er unumschränkt herrscht und von niemand zur Verantwortung gezogen werden kann. Weil er sich nicht festlegt in seinem Handeln, kann niemand vorhersagen, ob er vor ihm im Jüngsten Gericht bestehen wird oder ob dieser allmächtige Gott, der ja ganz frei ist in seiner Entscheidung, sich vielleicht doch gegen diesen einen Menschen entscheiden wird, obwohl er sein Leben lang versuchte, ein gläubiger Muslim zu sein und nach den Geboten des Islam zu leben.

Wie anders begegnet uns der Gott des Alten und des Neuen Testaments. Schon im Alten Testament stellt er sich uns vor als ein Gott der Treue. Dass Gott treu ist, dass er hält, was er verspricht, scheint uns häufig so selbstverständlich, dass wir manchmal gar nicht darüber nachdenken, wie es in anderen Religionen sein könnte. Nach dem biblischen Zeugnis ist Gott treu, er legt sich vorher auf sein Handeln mit den Menschen fest. Schon im Alten Testament schwört er, dass er mit den Menschen seinen Retterbund aufrichten wird. Es ist sein Wunsch und Wille, dass sich die Menschen ihm zuwenden, dass sie seine Kinder werden. Ein solcher Wunsch Gottes ist ganz einzigartig. Ein ganz anderes Bild begegnet uns im Koran. Dort wird Allah als allmächtig beschrieben. Er ist so allmächtig, dass er sich nicht festgelegt hat. Daher weiß niemand, wie sich Allah im jüngsten Gericht entscheiden wird.

Die Gewissheit des christlichen Glaubens gründet allein auf dieser Selbstfestlegung Gottes, auf den Eid, den er bei sich selbst leistet, weil er bei keinem größeren schwören kann. Gott legt sich unverbrüchlich fest auf Sündenvergebung, auf Errettung, auf die Erlösung jedes Menschen, der ihn anruft und ihn um Vergebung seiner Sünden bittet. Und allein deswegen können Christen davon sprechen, dass ihr Glaube Geschenk ist, dass Errettung aus Gnade geschieht, weil Gott sich ein für alle Mal darauf festgelegt hat. Gott wäre allmächtig genug, sich anders zu entscheiden. Er wird es aber nicht tun, weil er es versprochen, es fest zugesagt hat, dass er seine Kinder aus Gnade erretten wird. Das sind Themen, über die Christen mit Muslimen noch viel intensiver ins Gespräch kommen müssen, sei es auf offizieller Ebene bei Dialogtreffen oder im persönlichen Gespräch.

Hier gibt es viel nachzuholen. Viele Muslime haben den christlichen Glauben, wie ihn die Bibel entfaltet, niemals aus der Nähe kennen gelernt, weil sie aus Ländern hierher kommen, in denen es unmöglich war, sich mit biblischen Inhalten überhaupt zu beschäftigen. Dort gab es keinen direkten Zugang zu einer Bibel, dort haben sie vielleicht nie einen Christen kennen gelernt, der ihnen die biblische Botschaft auf verständliche Weise erläutert und vorgelebt hätte und ihm hätte erklären können, was es denn nun heißt, als Christ in einer Familie zu leben. Da sind Fragen wichtig wie: Wie funktioniert Vergebung denn nun ganz praktisch? Reden wir nur davon? Oder sind wir wirklich in der Lage, uns innerhalb der Familie zu vergeben, zu verzeihen und um Verzeihung zu bitten, vielleicht sogar Unrecht in Kauf zu nehmen und die friedfertigen Menschen zu sein, die die Bibel uns vorzeichnet?

Wenn wir die gegenwärtige Lage und die Herausforderung Islam betrachten, sind wir vielleicht eingeschüchtert oder machen uns Sorgen um die Zukunft, auch, wenn wir auf die großen Ereignisse der Politik sehen. Als Christen haben wir jedoch die Chance, nicht bei der Analyse der Fakten stehen zu bleiben oder ein düsteres Zukunftsbild zu zeichnen. Christen sehen nicht dort Hoffnung, wo alles glänzend aussieht, sondern Christen wirken besonders dort, wo es scheinbar düster aussieht. Christen sind Zeichen der Hoffnung Christi. Christen begegnen Menschen als Geliebte Gottes, von denen manche verachtet von der Gesellschaft sind, die nicht wissen, wo sie hingehören oder vielleicht sogar fehlgeleitet werden, weil sie in die Hände von politischen Aktivisten gefallen sind. Daher liegt auch eine ungeheure Chance in der Tatsache, dass so viele Muslime in Deutschland leben, mitten unter uns. Denn sie haben hier die Chance, Christen zu begegnen, die sie, rein menschlich gesprochen, in ihren Herkunftsländern nie und nimmer gehabt hätten. Diese Tatsache muss uns doch bewegen, denn die Zahl unserer muslimischen Mitbrüger wird zunehmen. Es wäre mehr als schade, wenn auch in 30 Jahren Muslime in unserem Land leben, die nie auch nur ein einziges Mal mit einem Christen gesprochen hat, der seinen Glauben lebt und erklärt, der nie eingeladen worden ist in eine deutsche Wohnung, niemals ein Geschenk von seinem deutschen Nachbarn bekommen hat, nie eine Kassette in seiner Sprache oder eine Bibel erhielt.

Noch viel zu viele Christen in Deutschland sind davon überzeugt, dass es keinen Sinn hat, Schritte auf Muslime zuzugehen. Sie halten Muslime für ablehnend und unerreichbar. Es gibt aber immer eine Möglichkeit. Wer ernsthaft einen Weg sucht, wem diese Menschen ein Anliegen sind, wer dieses Anliegen in seine Gemeinde und seinen Verantwortungsbereich trägt, der wird auch Möglichkeiten finden, um Muslimen von seinem Glauben zu erzählen. Sei es durch das Gebet, durch Gaben oder Einsatz. Jeder Christ ist aufgerufen zu beten, auch der, der nicht viel zu geben hat oder nicht mehr gehen kann. Gebet ist der erste Schritt, Gebet für die Menschen in der Stadt, für die Muslime in dieser Stadt und in der Nachbarschaft. Jeder kann sich informieren, jeder kann in seinem Umfeld eine Kassette weiterreichen, einen Jesusfilm. Er kann ein Buch weitergeben, er kann Hausaufgabenhilfe anbieten oder ein Asylbewerberheim mit ein, zwei Gleichgesinnten besuchen. Es gibt viele Möglichkeiten. Aber wenn die Gemeinde Jesu die nächsten 45 Jahre so weitgehend ungenutzt verstreichen läßt wie die ersten, dann werden große Chancen vertan werden. Die gesellschaftliche Entwicklung nimmt derzeit an Dramatik zu, die Probleme werden größer. Daher lautet das Gebot der Stunde für Christen, als Friedensstifter und als Träger der frohen Botschaft in ihre Zeit hineinzuwirken, so lange es möglich ist.