|
|
Usbekistan
| Landesgröße: |
447.000 km² |
| Hauptstadt: |
Taschkent (2,4 Mio. Einwohner) |
| Bevölkerung: |
Ca. 27,7 Mio. Einwohner |
| Völker: |
Etwa 100 Völker, davon ca. 80% Usbeken, 5% Russen, 5% Tadschiken, 3% Kasachen, 2,5% Karalpaken sowie Tataren, Kirgisen, Turkmenen, Koreaner, Ukrainer und Armenier |
Landessprachen:
|
Usbekisch; Russisch
|
| Regierungsform: |
Republik, Präsidialdemokratie |
| Staatsoberhaupt: |
Präsident Islam Abduganiewitsch Karimow |
| Parlament: |
Zwei-Kammer-Parlament |
| Religionen: |
Überwiegend islamisch-sunnitisch |
Allgemeine Infos
Usbekistan hat seinen Namen von Usbek Khan, dem Anführer der turk-mongolischen Stämme in der Gegend zwischen dem Amu- und dem Syr-Fluss. Das Wort "Usbek" kommt von zwei usbekischen Wörtern mit der Bedeutung "selbst" und "Herr", oder wörtlich übersetzt "Herr seiner Selbst" oder "eigener Herr". "Stan" bedeutet "Heimatland", so dass "Usbekistan" wörtlich übersetzt "Heimatland derer, die ihr eigener Herr sind" bedeutet. Es ist der größte der früheren Sowjetstaaten in Zentralasien, und es wird nicht nur von Usbeken bewohnt, sondern auch von Tadschiken, Tataren, Uighuren, Russen, Koreanern, Juden, Ukrainern und anderen Gruppen. Seit der Unabhängigkeit ist es den Weg der strikten Kontrolle gegangen, und die derzeitige Regierungspartei ist ziemlich identisch mit der früheren Kommunistischen Partei. Die meisten Bürger sind ärmer als zur Zeit der Unabhängigkeit. Die Bevölkerung ist jung und dynamisch. 70 Prozent der Menschen in Usbekistan sind jünger als 30 Jahre. Die meisten Menschen sind frustriert von der Korruption und dem schlechten wirtschaftlichen Zustand. Sie haben Richtung Westen als Quelle der Unterstützung und des modernen Denkens geblickt, aber wurden darin auch enttäuscht.
Muslimische Volksgruppen
Eine Mischung aller muslimischen Volksgruppen des früheren Sowjetisch-Zentralasien kann in Usbekistan gefunden werden. Einige, vor allem in den größeren Städten, wurden während der Sowjetzeit sehr "russifiziert", sie sprechen Russisch und haben vieles von der russischen Lebensweise übernommen. Die meisten jedoch, besonders in den ländlichen Gegenden, haben viele zentralasiatische Sitten und Gebräuche erhalten. Obwohl diese Bräuche mit dem Islam verbunden sind, ist der große Teil der Bevölkerung nicht sehr fundamentalistisch im Glauben. Kleine Gruppen sehr fundamentalistischer Muslime existieren allerdings in der Hauptstadt Tashkent und im eng besiedelten Ferganatal. Einige dieser Gruppen demonstrierten gegen das postkommunistische, aber immer noch ziemlich säkulare Regime, und als Folge davon ist die größte Gruppe von muslimischen Anführern jetzt im Gefängnis. Viele von ihnen wurden von den lokalen Polizeibehörden vielleicht als unbequem betrachtet, und unschuldig für Gewaltakte verurteilt, die sie nie begangen haben. Die meisten Usbeken und anderen Muslime in Usbekistan sehen sich jedoch nur als Muslime im Bezug auf Bräuche und kulturelle Identität.
Christentum
Allein die Vorstellung, dass ein Usbeke oder ein Angehöriger einer anderen "muslimischen" Volksgruppe an Jesus gläubig werden könnte, ist in Usbekistan sehr neu. Usbeken, Tadschiken und andere Gruppen waren "schon immer" Muslime, während Russen und andere "Christen" waren. Nachbarn und Familienmitglieder, die selbst möglicherweise nicht einmal strenge Muslime sind, können sehr aggressiv sein und Usbeken verfolgen, die versuchen, den Islam zu verlassen und Jesus zu folgen. Die Politik der Regierung gegen Konversion und die Weitergabe des Evangeliums reflektieren diese Vorstellung. Russische Kirchen haben kaum Probleme mit der Regierung, wenn sie sich treffen oder sogar evangelisieren - solange sie es auf Russisch tun und ihre "Zielpersonen" Russen sind. Wenn das Evangelium jedoch auf Usbekisch weitergegeben wird, ist das ein Problem. Während Registrierung und öffentliche Aktivitäten der russischen Gemeinden erlaubt sind, wurde noch nicht einer ethnisch usbekischen Gemeinde die Registrierung gestattet. Wegen des großen kulturellen Unterschiedes ist es für viele, wenn nicht für die meisten Usbeken schwer, an russischen Gottesdiensten teilzunehmen. Gott sei Dank für die kleinen usbekischen Hausgemeinden, die sich überall im Land entwickeln! Aber noch fühlen sich die usbekischen Gläubigen isoliert und verfolgt von ihren Familien. Die Verbreitung des Evangeliums wird durch die Regierungsmaßnahmen sehr verzögert.
Text and Pictures © People International 2004
|
|