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Kirgistan

Landesgröße: 198.500 km² (entspricht etwas mehr als der Hälfte Deutschlands) 
Hauptstadt:Bischkek (ca. 1 Mio. Einwohner)
Bevölkerung:Ca. 5,36 Millionen
Völker:Insgesamt rund 80 Nationalitäten, davon Kirgisen 70%, Russen 8,4%, Usbeken 15% (Stand 2009)
Landessprachen:
Staatssprache: Kirgisisch; seit 2000 auch Russisch "offizielle Sprache"
Regierungsform:Präsidialdemokratie
Staatsoberhaupt:Präsidentin Rosa Otunbajewa
Amtierender Außenminister:Almaz Atambaew
Parlament:Wird im fünfjährigen Rhytmus gewählt
Religionen:80% sunnitische Moslems, 17% russisch-orthodoxe Christen und kleine Minderheiten anderer Glaubensbekenntnisse
Allgemeine Infos

Umgeben von hohen Bergen, wurde Kirgisistan seit dem 10. Jahrhundert von kirgisischen Nomaden bewohnt. Das Russische Reich absorbierte das Land 1863. Zu Beginn der kommunstischen Revolution starben 30% der Kirgisen, da viele von ihnen ihre Herden schlachteten und nach China flohen. Während Kirgisistan nie industrialisiert wurde, wurden alle Nomaden gezwungen, in Dörfern zu leben, und wurden mit Elektrizität versorgt. Viele Kirgisen sprechen positiv von Lenin, da der ihnen etwas gab, was sie vorher nie hatten. Kirgisistan zählt neben Kasachstan zu den offensten früheren zentralasiatischen Sowjetrepubliken, mit mehr Presse-, Bürger- und Religionsfreiheit als andere Länder.


Muslimische Volksgruppen

Die Kirgisen stellen etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung; die Russen mit 18% und die Usbeken mit 13% sind die größten Minderheiten.


Christentum

Die meisten Kirgisen haben ein geringes Verständnis vom Islam, aber ihr Verständnis des christlichen Glaubens ist noch mangelhafter. Eine Kombination von sowjetischer Propaganda und Ermahnungen durch Mullahs hat bei den meisten Kirgisen auf dem Land zu einer Furcht vor Christen geführt. Im besten Fall wird gesagt, dass das Christentum eine ausländische Religion ist, die die Einheit der kirgisischen Gesellschaft unterminieren will. Auf der anderen Seite hat Kirgisistan, wie auch Kasachstan, eine wesentlich tolerantere Regierung, die den Gläubigen mehr Freiheit gibt als andere zentralasiatische Staaten. Vor diesem Hintergrund wächst die einheimische Gemeinde. Die ersten Samen wurden von örtlichen russlanddeutschen Evangelisten schon vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion gesät, und bald danach durch koreanische Gemeindegründer. Seit dieser Zeit wurden verschiedene Gemeinden unterschiedlicher Ausrichtung, geleitet von kirgisischen oder ausländischen Pastoren, gegründet. Inzwischen gibt es mindestens 200 christliche Gemeinschaften in Kirgisistan, die russisch-orthodoxen Gemeinden nicht mitgerechnet. Viele davon sind kleine Hausgemeinden. Während die Anzahl der kirgisischen Gläubigen unsicher ist, gibt eine Quelle sie mit 5000 an. Neue Gläubige werden häufig von ihren Familien bedroht und enterbt. Kirgisische Christen haben einen großen Bedarf an Seelsorgeschulung und Studienmaterial auf Kirgisisch. Die Leiter sind oft schlecht vorbereitet darauf, die Bibel zu lehren oder eine Gruppe zu leiten. Dennoch beweisen diese jungen Pastoren viel Glauben und Mut angesichts des Widerstandes durch die feindselige muslimische Kultur. Die Kirgisen haben die ganze Bibel in ihrer Sprache (sie wurde erst 1992 überarbeitet), aber es existiert ein Bedarf an weiterer christlicher Literatur. Sie arbeiten auch daran, eigene Anbetungslieder zu schreiben, anstatt aus dem Russischen, Deutschen oder Englischen übersetzte Lieder zu singen.

Text and Pictures © People International 2004