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Aserbaidschan

Landesgröße:  86,600 km², (etwa ¼ der Größe von Deutschland) 
Hauptstadt: Baku
Bevölkerung: ca. 9,1 Millionen, davon 49% unter der Armutsgrenze
Völker: Circa 90% Aseris (Turkvolk); andere Nationalitäten: Russen, Talyschen, Awaren, Tataren, Ukrainer, Kurden, Armenier, Deutsche, Lesginen
Landessprachen:
Aserbaidschanisch
Regierungsform: Republik, Präsidialdemokratie
Staatsoberhaupt: Präsident Ilham Alijew
Regierungschef: Premierminister Artur Rasisade
Parlament: Ein-Kammer-Parlament
Religionen: Über 90% Muslime (davon 75% Schiiten, 25% Sunniten), Orthodoxe, andere
Allgemeine Infos

Aserbaidschans Wirtschaft wird vom Öl dominiert und ist abhängig von den großen Reserven unter dem Kaspischen Meer. Wie in den anderen früheren Sowjetrepubliken, ist der Übergang vom Kommunismus zur Marktwirtschaft nicht problemlos verlaufen. Bürokratie, Organisierte Kriminalität, Korruption, Ölpreisfluktuation und ökologische Katastrophen haben den Menschen dieses Landes sehr viel Leid zugefügt. Trotz eines Waffenstillstandes von 1994 muss Aserbaidschan nach wie vor seinen Konflikt mit Armenien über die von seinem heutigen Staatsgebiet umschlossene (international nicht anerkannte) Nagorno-Karabachische Republik beilegen. Sie gehört zum historischen Armenien und wird hauptsächlich von Armeniern bewohnt, wurde jedoch seit den 1920er Jahren systematisch von Aseri besiedelt. Aserbaidschan würde durch ihren Besitz sein Territorium um 19% vergrößern; es muss sich zur Zeit auch um etwa 800.000 Aseri kümmern, die Nagorno-Karabach als Folge des Konflikts wieder verlassen mussten. Die Aseri befürworten den Pan-Turkismus - eine enge Beziehung aller Turkvölker von der Türkei bis nach Zentralasien, und zum Westen, als eine Möglichkeit, der russischen politischen Dominanz zu entkommen und ihre wertvolle Unabhängigkeit zu bewahren.


Muslimische Volksgruppen

90% der Bevölkerung sind muslimische Turkvölker: hauptsächlich Aseri, mit einem kleineren Anteil Tataren und Türken. Der Rest der Bevölkerung besteht aus Russen, Ukrainern und anderen Nationalitäten, von denen viele aus Aserbaidschan auswandern.


Christentum

Vor allem in Baku findet man viele aserische Gemeinden, aber die Mehrheit der Christen spricht Russisch. Dadurch verstärkt sich das Bild des Christentums als einer russischen Religion, was die Weitergabe des Evangeliums an die muslimische Aseri-Bevölkerung erschwert. Es ist sehr schwer für evangelikale Gemeinden, öffentliche Anerkennung und damit einen Ort für Gottesdienste zu bekommen. Wie der größte Teil Zentralasiens, sind auch fast alle Städte und Dörfer Aserbaidschans nicht evangelisiert worden. Die Übersetzung der aserischen Bibel wurde im Jahr 2002 abgeschlossen. Ausländische christliche Mitarbeiter können momentan kein Visum für religiöse Arbeit bekommen. Aber es ist trotzdem möglich, dort als Jünger Jesu zu leben und den Gemeinden zu helfen. Es gibt ein großes Bedürfnis nach Evangelisation und Jüngerschaft bei den muslimischen Völkern.

Text and Pictures © People International 2004