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Afghanistan
| Name: |
Islamische Republik Afghanistan
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| Landesgröße:
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652.000 qkm (fast doppelt so groß wie Deutschland) |
| Hauptstadt: |
Kabul (4,5 Mio. Einwohner geschätzt); Verstädterung 22% |
| Bevölkerung: |
ca. 29 Mio. Einwohner (geschätzt 2010); davon 53 % unter der Armutsgrenze |
| Völker: |
ca. 42% Paschtunen, 27% Tadschiken, 9% Hazara, 9% Usbeken, zahlreiche kleinere ethnische Gruppen
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| Landessprachen: |
Dari (50%), Paschtu (35%), Turksprachen (11%); insgesamt fast 60 Sprachen und etwa 200 Dialekte |
| Analphabeten:
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Über 70% der Erwachsenen, über 90% der Frauen |
| Regierungsform: |
Republik, Präsidialsystem |
| Staatsoberhaupt: |
Hamid Karzai, Präsident |
| Religionen: |
Sunnitische Muslime 80%, schiitische Muslime 19%, andere 1% |
| Christen: |
0,01% der Bevölkerung; sie dürfen sich nicht offiziell versammeln |
| Volksgruppen: |
Etwa 70 bisher mit dem Evangelium unerreicht |
Allgemeine Infos
Ein Land, das vor allem durch all sein Leiden, die Armut und den langjährigen Krieg bekanntes und schwer zu beschreiben ist. Die Wildheit der afghanischen Menschen wird nur durch ihre Gastfreundlichkeit übertroffen. Viele Afghanen leben mit einer ständigen Herausforderung allein durch die Tatsache, dass ihr Land hauptsächlich aus Gebirgen besteht. Es ist extrem schwierig, auch nur eine kurze Straße zu bauen – mit dem Ergebnis, dass ein großer Teil der Bevölkerung relativ isoliert lebt. Die Alphabetisierungsrate ist bei den Männern niedrig und bei den Frauen sehr niedrig. Noch immer ist der Prozentsatz der Kinder, vor allem der Mädchen, die zur Schule gehen, auf dem Land sehr niedrig. Bedingt durch den ständigen Kriegszustand und interne ethnische Spannungen kann die Bevölkerung sich nicht mehr an eine Zeit echten Friedens im Land erinnern. Afghanistans Nachbarn tragen auch nicht gerade zur Lösung seiner Probleme bei. Die Großmächte mischen sich manchmal ein, schaffen es aber nicht, auf Dauer in Afghanistan zu bleiben. Daher mangelt es an konstanter Hilfe. Die typische afghanische Familie lebt in großer Armut, ohne reale Möglichkeiten, dies zu ändern. Aber die Völker Afghanistans gehören vielleicht zu den erfinderischsten und aktivsten Völkern dieser Welt.
Muslimische Volksgruppen
Afghanistan ist ethnisch sehr vielfältig, mit vielleicht 70 Volksgruppen, von denen fast alle Muslime sind. Der Ausdruck "Afghane" kann genaugenommen Paschtune bedeuten. Dieser Stamm lebt hauptsächlich im Süden und macht über ein Drittel der Bevölkerung aus. Der Rest besteht aus Tadschiken, Hasara, Turkmenen, Usbeken, Balutschen, Nuristani und anderen kleineren Gruppen; alle sprechen ihre eigene Sprache, aber normalerweise kennen die Männer der Gruppe auch noch eine andere Sprache, um Handel treiben zu können. Jede Gruppe hat ihre eignen Traditionen, und viele der Muslime Afghanistans haben einen Lebensstil beibehalten, der traditioneller ist als derjenige der gleichen ethnischen Gruppe in benachbarten Ländern. Zum Beispiel haben viele der Tadschiken in Tadschikistan mehr russische Bräuche in ihren Lebensstil integriert, Männer und Frauen sitzen bei Parties zusammen und trinken bei Hochzeiten sogar Wodka. In Afghanistan dagegen sind fast alle Tadschiken sehr viel konservativer und halten sich an eine strengere Version des Islam. Menschen, die versucht haben, Reformen und neue Ideen nach Afghanistan zu bringen, scheiterten oft und wurden mit gewaltsamem Widerstand konfrontiert. Wie der kürzliche Aufstieg und Fall der Taliban zeigt, gibt es eine lange Tradition des ultrakonservativen Islams in Afghanistan.
Christentum
Durch die Verfolgung der Christen und die große Anzahl der verschiedenen Volksgruppen mit unterschiedlichen Sprachen und Kulturen ist Afghanistan ein schwieriges Pflaster für die Verbreitung des Evangeliums. Der fundamentalistische Islam ist so dominant, dass Menschen, die sich zu Jesus bekehrten, oft ermordet wurden, nicht selten auch von ihren eigenen Familien. Öffentlich zuzugeben, dass man ein Nachfolger Jesu ist, ist in der afghanischen Gesellschaft nicht erlaubt. Auf der anderen Seite gibt es eine wachsende Zahl afghanischer Christen, und Jesus wird an mehr geheimen Orten angebetet als je zuvor. Die Afghanen sind heute vielleicht bereiter als früher, zuzugeben, dass sie einen neuen Anfang brauchen, der aus dem Herzen kommt. Die Radiomission war ein großer Segen für die verstreuten Gläubigen im Land, und die Missionsarbeit trägt Früchte.
Text and Pictures © People International 2004
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